Das diesjährigen Kulturfestival 48 Stunden Neukölln war unter dem Motto “Endstation Paradies” sehr außergewöhnlich. So fand man z.B. am Karl-Marx-Platz 9 blutige Malerei an Blutwursthaken und damit wurde aus einem Wurstraum einen Kunstraum. Auch das Gefängnis in der Donaustr. 25, widmete sich in Filmen, Bildern und Installationen in den 6 Quadratmeter großen Räumen den ehemaligen Insassen.

Weniger gruselig war es in der Flimmerkiste, in der Kienitzer Str. 11, denn hier befand sich in einer zwei-Personen-Box ein Minikino, das von Künstlern mit Zwischenstop oder Endstation Berlin erzählte. Im Stern Call Internet-Café wurden weitere Geschichten unter dem Motto “Call Home” erzählt. Die Geschichten von abgewiesenen Togolesen waren hier unter anderem zu hören.

Wem das alles zu viel wurde, der konnte sich mit Zuckerwatte trösten. Die gab es im “paradise sweet paradise” in der Pflügerstr. 68. “Fuck Paradise”, eine Video-Sound-Installation in der Neckarstr. 16-19, war genau das Gegenteil von süß und eine nette Abwechslung.

Das gesamte Programm von 48h Neukölln fand vom 15. Juni 19 Uhr bis Sonntag 17. Juni 19 Uhr statt. Kunst, Kultur und Kult wurden hier großgeschrieben. Geführte Touren und außergewöhnliche Locations wurden zu Ausstellungs-Räumen außergewöhnlicher Kunst und Performances.

Es gab sogar 12 Rikschas, die die Kunstinteressierten auf der Karl-Marx-Straße zwischen Karl-Marx- und Hermannplatz zu den einzelnen Stationen brachten.

Das diesjährige Motto des Festivals lautete “Humus” und stand sinnbildlich für die Eigenschaft des Nährbodens, den Neukölln für die ansässige Kulturszene darstellt. Raum für Kunst-, Musik- und Tanzprojekte boten der Saalbau Neukölln, die Galerie im Saalbau, die Neuköllner Oper, das Passage Kino und das Museum Neukölln sowie Räume zahlreicher Gewerbetreibender und Anwohner mit ihren Hinterhöfen und Räumlichkeiten. Auch Grünflächen wie der Volkspark Hasenheide boten während des Festivalwochenendes Platz für das Festival.

Als einer der interessantesten kulturellen Experimentierfelder der deutschen Hauptstadt, war das alljährlich im Juni stattfindende Kunst- und Kulturfestival 48 Stunden in Neukölln in und um Berlin bekannt. Viele KünstlerInnen und BesucherInnen reisen hier ein um dabei teilzunehmen. Die Idee ist eine innovative Kunstpräsentation, die möglichst viele Menschen involviert und zur Teilhabe einlädt.

Die Besucherzahl beläuft sich pro Festival auf ca. 60.000, es gibt ca. 700Veranstaltungen und ca. 350 Veranstaltungsorte.

Partner und Förderer des Festivals sind das Bezirksamt Neukölln, der Jobcenter Neukölln, comovis GbR, die Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, die Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung, jfsb – die Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin, Fonds Soziokultur, die PwCStiftung, die Kreuzberger Kinderstiftung, Aktion Mensch „die gesellschafter.de“, Stiftung Pfefferwerk, die Stiftung Deutsche Klassenlotterie, Soziale Stadt und EFRE.

Hier ein kleiner Einblick: