Mittlerweile verzichten immer mehr Menschen in Berlin auf Fleisch und auch auf tierische Produkte generell. So findet man auch immer Läden und Restaurants mit der Botschaft: “Kein Pelz!” Vegane  Läden und Restaurants sind in Neukölln Gang und Gebe.

Damit ist der Veganismus im Mainstream angekommen. Fleischesser sind somit gezwungen, zumindet beim Eintritten in diesen Läden, darüber nachzudenken, ob der Fleischverzehr noch nötig ist, jetzt wo es so viele Zusätze und andere Leckereien gibt.

Neukölln bietet mittlerweile zu 100% vegane Inseln, die für alle Gäste interessant sind. Im Café Vux in der Wipperstraße 14 gehen z.B. alle möglichen Gäste ein und aus. So erzählt ein Gast „viele meiner Freunde, die nicht Veganer sind, kommen oft aus Neugier mit.“ Das Interieur ist modern, hat weiße Wände und Möbel aus Holz. Die Preise sind fair, das Essen gut. Auch die Hot Dog sind ganz vegan.

Bei Dr. Pogo kann man einkaufen und selbst vegan kochen. Der kleine vegane Supermark am Karl-Marx-Platz 24 ist ein Ladenkollektiv der „Vegane Pampe e.V.“. Hier finden man eine große Bandbreite an Ersatzprodukten für Wurst und Käse. Doch sind die Preise hier etwas höher: „Wer die ausgefallenen Ersatzprodukte haben möchte, der muss tiefer in die Tasche greifen, ja“, erklärt die junge Verkäuferin. „Die Preise für unser Gemüse allerdings sind kaum über dem normalen Supermarktpreis.“ Zufriedene Kunden gibt es hier trotzdem.

Auch die vegane Pizzeria Sfizy Veg in der Treptower Straße 95 ist sehr einladend, immerhin ist es die erste vegane Pizzeria Europas. Es gibt eine große Auswahl an Pizzen, Pasta, Salaten und wechselnden Hauptgerichten. Und weil man es hier richtig machen will, hat sich der Laden Tierrechte, politisches Engagement und ökologisches Bewusstsein auf die Fahne geschrieben. An der Tür steht wieder: Kein Pelz! Das Interieur ist gemütlich, die Wände bunt. Die Preise orientieren sich am normalen Pizzeria-Standard.

Das Interessante ist, dass es keine türkischen Kunden gibt, in keinem der Läden. Diese bleiben bei Fleisch und Tierprodukten wie es scheint. Sie machen wohl nicht alles mit, was gerade mode ist. Türkische Veganer sind also eher eine Seltenheit. Was würde wohl mit dem Opferfest, bei dem ein Tier geschlachtet würde, passieren? Also ginge der Fleischverzicht aus religiösen Gründen schon nicht? Ein Deutsch-Türke sieht den Verganismus als elitäres Problem und sagt: „Im Krieg wäre niemand Vegetarier geworden“.

Und so bleibt abzuwarten, wie es in der veganen Szene zukünftig weitergeht und ob es da neue Herausforderungen gibt. Immerhin möchte man viele Kunden zufriedenstellen. Und da, wo es um Profit geht, werden auch die veganen Läden schauen müssen, was ihnen wichtiger ist und ob es massentauglich ist.